Ich werde immer wieder nach dem Ölziehen gefragt: Wie wendet man es an? Wie wirkt es? Wogegen kann es helfen?
Das nehme ich heute zum Anlass, um darüber zu berichten: Ölziehen oder Ölkauen ist eine uralte Heilmethode aus dem Ayurveda. Auch in Russland ist diese Methode schon seit längerem bekannt.
Das Prinzip ist ganz einfach:
Man braucht ein hochwertiges Pflanzenöl, nimmt einen Eßlöffel davon in den Mund und zieht ihn im Mund hin und her, mindest 10-20 min. lang. Morgens unmittelbar nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen. Das weiße schaumige Öl-Speichelgemisch wird ausgespuckt, der Mund mit warmen Wasser ausgespühlt und dann Zähne geputzt.

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Was tut es?
Die Wirkung ist recht umfassend.
Einmal dringt das Öl gut in alle Taschen, Winkel und Spalten zwischen den Zähnen, dem Zahnfleisch und den Schleimhäuten, und ist imstande, sich mit der lipophylen äußeren Hülle der Bakterien zu verbinden. Es bindet sie wie ein Magnet an sich und ermöglicht so die Ausscheidung derselben. Das ist so effektiv, dass mittlerweile auch Zahnärzt*innen das Ölziehen bei Paradontitis ( Zahnfleischentzündung) und Karies empfehlen. Auch bei anderen Entzündungen im Mund und Rachenraum ist das Ölziehen aus diesem Grund einen Versuch wert.
Ausserdem sagt man, dass das Ölziehen eine ableitende Wirkung auf überschüssige Abbauprodukte, Säuren und Stoffwechselprodukte im Körpergewebe hat und damit auch die sogenannte Entgiftung anregt.
Immer wieder wird von verblüffenden Erfolgen bei folgenden chronischen Beschwerden berichtet:
- Nasennebenhölenentzündungen
- Halsentzündungen
- Gicht
- Rheuma
- Artrose
- Magen-Darmbeschwerden
- und ähnlichem
Letztlich scheint das Ölziehen auf unserem gesamten Organismus eine positive Wirkung zu haben.
Was auch nicht zu vergessen ist, ist dass durch die Kau- und Ziehbewegung das Zahnfleisch, der Mundraum und die Zungenmuskulatur massiert, und gestärkt wird. Auch das hat durch die dort existierenden Reflexpunkten eine positive Wirkung auf den Mundraum und dem gesamten Leib.
Welche Öle eignen sich dazu?
Eigendlich alle hochwertigen Pflanzenöle, besonders aber:
- natives Kokosöl
- natives Sonnenblumenöl
- natives Sesamöl
- natives Olivenöl
Ich mische das Öl gerne bei Bedarf mit ätherischen Ölen. Das unterstützt die Wirkung bei bestimmten Beschwerden.
Mein Rezept:
- 100 ml natives Kokosöl
- 2 Tropfen Niaoli (Maleleuca viridiflora)
- 6 Tropfen Zitrone (Citrus x limon)
- 2 Tropfen Pfefferminze (Menta x piperita)
- 2 Tropfen Manuka (Leptispermum scoparium)
- 2 Tropfen Teebaum (Maleleuca alternifolia) (frisch)
Die ätherischen Öle wirken antibakteriell, pilzwidrig und entzündungshemmend, kräftigen das Zahnfleisch und geben ein angenehm frisches Mundgefühl.
Ich verwende abends diese Mischung und morgens das Kokosöl pur.

Quelle: Pixabay
Pflichtinfo:
Obgenannte Informationen ersetzen natürlich keine ärztliche Behandlung.

Bloggerin, Kräuterkundige, Schamanin und Krankenpflegerin
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